Die Kanal Inseln verlassen

21 augustus 2018

Wie schnell sind die Tage vergangen.
Um St.Malo kennen zu lernen, müssen wir zunächst eine Schleuse passieren. Auch wenn noch so klar ist, was zu tun ist, kommt am Ende doch immer wieder ein bisschen Hektik auf. Wie schön ist es dann, am Hafen anzulegen und durchs Städtchen zu bummeln. St. Malo ist umgeben von einer grossen Stadtmauer, auf der entlang die ganze Stadt umrundet werden kann. Die Stadtmauer wiedrum ist umgeben von Hafen und Strand. Bei Niedrigwasser können einige Hügel, z.T. mit Wehranlage, aufgesucht werden. Bei Flut werden die Hügel zu Inseln. Auch das Naturschwimmbad mit Sprungturm gehen regelmässig unter. Der Stadtkern ist geprägt durch enge Gassen mit vielen kleinen Läden und Restaurants. Im August ist natürlich Hochsaison und es tummeln sich viele Touristen in der Stadt. Am Abend findet eine Prozession auf den Mauern, die die Stadt umgeben statt. Weit mehr als 100 Menschen ziehen singend mit Kerzen in der Hand auf der Stadtmauer entlang. Sie beten mit ihren Liedern um das Wohl der Fischer und bitten Maria um ihren Schutz. Die Atmosphäre lässt ahnen, wie vor vielen Jahren hier gelebt wurde. Ein sehr berührender Moment.

Jersey
Von St.Malo geht es weiter nach Jersey. In St.Helier legen wir ausserhalb des Yachthafens an. Der Hafen ist für die Anne-Margaretha zu eng. Und die Tide erlaubt die Befahrung nur bei Wasserhochstand. Als wir ankommen steht eine Stufe von mindestens einem Meter in der Durchfahrt zum Hafen. Bei Wasserhochstand sind an der gleichen Stelle über 6m Wassertiefe. Die Gezeiten bestimmen nun insgesamt unsere weitere Fahrt. Die Ablegezeiten richten sich nach den Strömungen, die wir möglichst nutzen und nicht gegen uns haben möchten.
Das Stadtbild von St.Helier zeigt sich sehr gemischt. Einige kleine, ältere Hauschen, modernere Bauten und Industrie liegen dicht beieinander. Auf dem Hügel über der Stadt befindet sich ein riesiges Gebäude mit geschwungenen Dächern und einer riesigen runden Kuppel. Das Ganze ist innerhalb der Aussenmauern eines alten Forts gebaut. Wofür auch immer es geplant gewesen sein mag, heute befinden dort sich Indoorsportanlagen. Aber das Ganze ist so gross, dass nur schwer vorstellbar ist, dass diese kleine Stadt das wirklich ganz beleben kann.

Guernsey
Unser nächster Hafen ist St.Peter Port auf Guernsey. Wir kommen an einem Freitag an und können uns eine Portion traditionellen Fish and Chips zum Dinner nicht verkneifen. Hmm. Auf Guernsey bleiben wir zwei Nächte. Das gibt uns Zeit, die Insel insgesamt und nicht nur die Hafenstadt ein wenig zu erkunden. Es gibt Buslinien rund um die Insel. Ein bisschen hopon hopoff im Linienbus. Die Küste bietet wunderschöne Strände, kleine Häuseransiedlungen und ist nicht überlaufen. Die Geschichte der Insel im zweiten Weltkrieg ist überall sichtbar. Bunker und Wehranlagen sind rund um die Küste noch sehr gut erhalten. Das führt zu spannenden Gesprächen der Mitreisenden, die aus verschiedenen Ländern kommen und unterschiedlichen Generationen angehören und ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Geschichte haben.

Alderney
War Guernsey schon beschaulich, ist Alderney noch eine Steigerung davon. Die Insel ist noch einmal deutlich kleiner und weniger besiedelt. Wir ankern ausserhalb des Hafens und müssen mit dem Dinggy die Landgänge organisieren. St.Anns liegt ein bis zwei Kilometer im Landesinnern und ein kleiner Spaziergang auf den Hügel hinauf lohnt sich. St.Anns ist ein kleines verschlafenes Städtchen mit ein paar Läden und Cafés, die zu einem Capuccino mit mancher Leckerei verlocken.
Fernsicht haben wir allerdings nicht. Es ist neblig und zugezogen, entspricht damit ganz meinem Klischee der Kanalinseln.

Und weiter Nord!
Schliesslich kommt die letzte Etappe unserer Reise. Das heisst wieder Tag und Nacht durchsegeln. Allerdings hält sich der Wind sehr zurück und wir müssen recht bald wieder auf Motorkraft zurückgreifen. Das ruhige Wetter bringt mit sich, dass wir ohne viel Geschaukel sehr gemächlich reisen. Als dann auch noch die Sonne rauskommt entscheiden wir uns für einen kurzen Stopp und springen ins Wasser. Das Bad im Meer belebt uns alle wieder. Wann hat man schon die Gelegenheit im Ärmelkanal zu schwimmen.
Und dann kommt auch wieder ein bisschen Wind auf und wir setzen die Segel und geniessen die Ruhe ohne Motorgeräusch.
Die Gedanken gehen nun allmählich Richtung Holland, wo die Reise bald ihr Ende nimmt. Für mich geht eine Etappe zu Ende, die Anne-Margaretha war ein ganzes Jahr unterwegs. Für die, die die ganze Zeit dabei waren, sicher ein ganz besonderer Moment.

Helga

(Bild: Stadtmauer St.Malo)

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